Schriftgut
COD. 7 Rudolf von Liebegg, Pastorale novellum
Title
COD. 7 Rudolf von Liebegg, Pastorale novellum
Reference Code / Identification number
A.1.7
Stage
Dossier
Period of origin
14. Jh. - 15. Jh.
Type of item
Schriftgut
Provenance
Pfarrbibliothek St. Michael
Bestandsgeschichte
Zum Inhalt:
Cod. 7 setzt sich aus drei Teilen zusammen. Den ersten Teil bildet eine Abschrift des Kommentars zum 'Pastorale novellum' des Chorherrn Rudolf von Liebegg (er starb 1332 in Beromünster), den Magister Johannes Müntziger vorlegte. Müntzinger (gest. 1417) war ein streitbarer Theologe und Lehrer in Ulm. Für den Schulgebrauch verfasste er diesen Kommentar, der in mehreren Abschriften erhalten ist (so in München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 4370 und Clm 16430, vgl. Rudolfi de Liebegg Pastorale novellum. Edidit Arpad P. Orban, CCCM 55, Turnholti 1982, S. XIII und XVI), und glossierte die 'Disticha Catonis' (eine Handschrift davon enthält der Codex Basel, A IX 19).
Im Zuger Codex folgt eine unvollständige Abschrift des 'Pastorale' selbst. Das 'Pastorale' ist eine in sechs Büchern und über 8500 lateinischen Hexametern verfasste Einführung in die Sakramentallehre und das kanonische Recht, die zur Unterweisung von angehenden Klerikern dienen sollte. Es erfreute sich einer bemerkenswerten Popularität in Südwestdeutschland, wie die 30 erhaltenen Handschriften bezeugen, welche in der Regel ausführliche Glossen enthalten.
Schreiber der Zuger Handschrift ist ein nicht näher bekannter Lehrer in Winterthur, Aegidius. Er wird in der einschlägigen Literatur nicht erwähnt. Die Nachrichten über die Winterthurer Schule sind freilich dünn gesät vor dem späten 15. Jahrhundert. Der erste Winterthurer Schulmeister ist Mitte des 14. Jahrhunderts bezeugt (Vgl. Alfred Ziegler, die Vorgeschichte des Gymnasiums und der Industrieschule Winterthur 1309-1862, Winterthur 1912; Hermann Winkler, Schulgeschichte der Stadt Winterthur, ebenda 1947).
Der zweite Teil des Codex bietet ein unvollständiges Exemplar von Rudolfs Gedicht. Eine ältere Abschrift, die grossflächige Wasserschäden aufweist, wurde möglicherweise in Zug im späten 15. Jahrhundert ergänzt, weil sie nach Buch 4, Kap. 8, Vers 676 (ed. Orban, S. 204) abbrach (die restlichen Lagen, falls überhaupt vorhanden, wurden vielleicht entfernt, weil sie in allzu schlechtem Zustand waren). Allerdings ist auch die Ergänzung unvollständig. Sie endet mit Buch 5, Kap. 20, Vers 1802 (ed. Orban, S. 381), es fehlen also der Rest von Buch 5 und das ganze Buch 6
Form and content
I Kommentar zum 'Pastorale novellum' des Johannes Müntziger
II Text des 'Pastorale novellum' (zwei Teile)
Inv. 5617; Papier, ca. 210 ff. (der Band ist nicht foliiert), 29,6 x 20,8 cm (zweispaltig); zwei Teile (I: eine Hand; II: zwei Hände), saec. XIV/XV und XV
Subscriptiones:
(Am Ende von Teil I, vor der Tabula:) Explicit exposicio glose Pastoralis novelli in V libros anno domini 1421 feria prima (?) proxima post Reminescere hora secunda (?) (Angabe unleserlich) post meridiem per Egidium in vico de Valesia rectorem scholarum Winterthure Deo gratias
Überlieferungsformen
n.a.
End of protection period
12/31/1499