Schriftgut
Landis & Gyr: Der Arbach (Papierdossier)
Landis & Gyr: Der Arbach (Papierdossier)
ZD.91.0.001_2
Dossier
1977 - 1982
Schriftgut
n.a.
Inhaltsangaben:
Die Papiere dieses Dossiers aus den 70er und 80er Jahren schildern die Situation des Wohngebietes Arbach, in der Gemeinde Baar gelegen, die im Besitz der Landy & Gyr AG (LG) war. Von der LG mietete Daniel Brunner für längere Zeit ein Haus in dem erbauten Quartier. Mit der Zeit wurden Veränderungen durchgeführt und Abrisspläne studiert, was teils auf sehr heftigen Wiederstand traf.
Wichtige Akteure (in alphabetische Reihenfolge):
- Attilio d’Andrea
- Daniel Brunner, genannt Dani
- Markus Lüthold
- Ivo Möschlin
- Gottfried Straub
Das älteste Dokument in diesem Dossier vom 15. Dezember 1977 ist die schriftliche Erlaubnis zu baulichen Änderung an Brunners Haus. Erteilt wird sie durch die LG, die als Vermieterin des Arbach 71b auftritt. Nach einer Absage der Mietanfrage bezüglich des Hauses Arbach 73b, erhielt Daniel Brunner am 20. April 1978 einen Mietvertrag für die Nummer 69a.
Brunner informierte sich über die Baupläne und den Landbesitz der LG AG. Sein Onkel Gottfried Straub, der neben dem Vater Daniels die Unternehmungsführung bildete, liess ihm die Informationen zukommen. Schnell stellte dich heraus, dass die Arbach-Siedlung, die für Mitarbeiter der LG erbaut wurde, dem Erdboden gleichgemacht werden sollte. Neuere Wohnungen für mehr Arbeiter sollten errichtet werden. Daniel Brunner bemühte sich die alte Überbauung vor einem Abriss zu retten und Alternativen für den Ausbau des sozialen Wohnraumes zu finden. Entgegen seinen Absichten wollte aber die Geschäftsleitung der LG, wegen mangelnden Landreserven das Gebiet mit den 24 Wohnungen komplett abreissen und eine Überbauung mit über 100 Wohneinheiten errichten. Die damaligen Bewohner des Arbach fühlten sich aber wohl in ihren Wohnungen befürchteten eine Umsiedlung mit schlussendlich höheren Mieten. Um die Vielfalt des Quartiers und seine Bewohner zu schützen, engagierte sich Brunner mit Veranstaltungen und öffentlichen Reden für den Erhalt des Arbachs.
Mit dem Einverständnis der Geschäftsleitung der Landis & Gyr Holding (LGH) nahmen sich Attilio d’Andrea und Ivo Möschlin, zwei Studenten, der Wohnraumplanung der Siedlung Arbach als Semesterarbeit an. Das Ergebnis sollte verschiedene Überbauungsvarianten veranschaulichen und für zukünftige Entscheidungen als Orientierung dienen. Handgeschriebene Kurznachrichten zwischen Daniel Brunner und den Studenten zeugen von einem vertrauten Verhältnis unter den Parteien.
Am 24. Mai 1982 unterrichtete die Landis & Gyr Zug AG die Arbach-Bewohner offiziell über eine erste Bauetappe, die im Herbst des selbigen Jahres beginnen sollte. Einige Häuser mussten aus diesem Grund abgerissen werde, deren Mieter wurden darüber informiert, dazu gehörte auch Daniel Brunner. Daraufhin wurde ein «Arbach-Fäscht» organisiert, um Stimmung gegen die Zerstörung der 24 günstigen Wohnungen zu machen. Neben den lokalen Medien wurde zusätzlich das Kantonsgericht eingeschaltet, das den Kündigungstermin für ein Jahr nach Hinten verschieben sollte. Darüber hinaus reichten die Anwohner eine Petition mit 600 Unterschriften bei der Landis & Gyr Zug AG ein, mit der Forderung vom Abriss abzusehen.
In Folge der Hausbesetzung vom Arbach 73b bekamen die Verantwortlichen, namentlich Markus Lüthold und übrige, am 18. August 1982 einen Brief der LG AG, in dem die Besitzerin über eine strafrechtliche Verfolgung wegen Hausfriedensbruch informierte. Daniel Brunner bewarb sich daraufhin auf verschiedene Wohnungsangebote im Kanton Zug. Über die rechtlichen Konsequenzen sind keine Informationen vorhanden und auch bis zum definitiven Abriss im Jahr 1998 enthält dieses Dossier keine Dokumente. Für Interessierte sind die anderen Dossiers bezüglich den Landreserven der Landis & Gyr aufschlussreich.
Schriftgut: Dokumente; gedruckt, teilweise mit handschriftlichen Anmerkungen, Flyer, Handschriften, Lagepläne, Zeitungartikel.
Nicht vollständig.
0.3 lm
Stichworte:
Arbach, Baar
Hausbesetzung Zug
Landhandel Landis & Gyr
Sozialer Wohnungsbau Zug
Anzahl Dokumente: 45
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Reproduktion nur auf direkte Anfrage