Berta Stahel-Iten (1915-1992)
Berta Stahel-Iten (1915-1992)
P.90
Bestand
1890 - 2021
n.a. , n.a.
- Lebensdokumente (v.a. Schul- und Arbeitszeugnisse, Fotos)
- Tagebücher
- Agenden
- Publikationen
- Film
- Verwandtschaft: Sophie Anzengruber-Iten
Berta Stahel-Iten
Berta Stahel-Iten wurde am 10. Februar 1915 als Tochter von Humbert Iten (gest. 1922) und Maria Iten, geborene Gubser, an der Grabenstrasse 7 in Zug geboren. Ihre Eltern führten an der Grabenstrasse 5-7 ein Geschäft für Stoffe und Damenkonfektion.
Im Sommer 1934 machte Iten an der Kantonsschule in Zug die Matura. Danach studierte sie an den Universitäten Zürich und Fribourg Rechtswissenschaften. Ihre Dissertation verfasste sie 1939 zum «Zugerischen Strafprozess und seiner Reform».
Das juristische Praktikum absolvierte sie 1939 in der Anwaltskanzlei ihres Bruders, dem späteren Ständerat Alphons Iten (1798-1964). Im Juni 1939 schloss sie mit dem zugerischen Anwaltsexamen ab. Vom 20. November 1939 bis zum 15. Juni 1940 arbeitete sie bei der Mutuelle Versicherung in Lausanne. Im Welschland lernte sie auch ihren zukünftigen Ehemann kennen. Ihre nächste Arbeitsstelle war vom Juni 1940 bis August 1940 bei der Waadt Versicherung.
Vom 1. bis zum 14. September absolvierte Berta Iten die Rekrutenschule (Frauenhilfsdienst). Danach diente sie zuerst in Zug und dann vom 8. November bis zum 25. Dezember 1940 im Aktivdienst in Burgdorf in einem Kommando zur Betreuung von Internierten. In dieser Zeit führte sie auch rege Korrespondenz mit dem Jugendfreund ihres Mannes, dem Korporal Albert Hitz. Dieser wurde später Redaktor der Aargauer Volksblätter und Vizepräsident des Schweizerischen Katholischen Pressevereins.
Im Januar 1945 verheiratete sich Berta Iten mit Max Stahel (1914-1992). Sie zog mit ihrem Ehemann nach Solothurn. Das Paar hatte zwei Kinder, Zita und Beat.
Berta Stahel-Iten engagierte sich im Kontext der katholischen bürgerlichen Frauenbewegung für die politischen Rechte und gesellschaftliche Besserstellung der Frau. Im Auftrag der Frauenzentrale Solothurn führte sie während vieler Jahre die unentgeltliche Rechtsberatungsstelle. Als Vorstandsmitglied ergriff sie die Initiative zur Gründung des «Vereins zur Förderung Geistig Invalider». Von 1953 bis 1959 übernahm sie das Präsidium des Kantonalen Katholischen Frauenbundes, ein bedeutender Dachverband, der bereits zu diesem Zeitpunkt etwa 300'000 Mitglieder zählte. Diesen vertrat sie auch im Konsumentinnenforum der deutschen Schweiz. Stahel war auch Präsidentin der Kommission für die politischen Rechte der Frau und setzte sich zusammen mit gleichgesinnten Frauen für die gleichen Rechte für Mann und Frau sowie für das Stimm- und Wahlrecht ein.
Berta Stahel-Iten verstarb am 9. Februar 1992.
1/1/2052