Christlicher Holz- und Bauarbeiterverband (CHB), Sektion Zug / Syna
Title
Christlicher Holz- und Bauarbeiterverband (CHB), Sektion Zug / Syna
Reference Code / Identification number
P.3
Stage
Bestand
Period of origin
1904 - 2015
Provenance
Christlicher Holz- und Bauarbeiterverband (CHB), Sektion Zug
Bestandsgeschichte
Der Christliche Holz- (und Bauarbeiter-) Verband der Schweiz (CHB) wurde 1901 gegründet. Eines unter mehreren Zielen war es, ein Gegengewicht zu den linken Gewerkschaften zu schaffen.
Die Sektion Zug wurde im November 1904 von Kistenschreiner Georg Eisele zusammen mit neun Männern ins Leben gerufen. 1906 fanden erste Diskussionen statt, die Versammlungen der Holzarbeiter-Gewerkschaft mit den Christlichen Metallarbeitern zusammenzulegen. An der gemeinsamen Versammlung im Sommer 1907 wurde der Hirschen als ständiges Lokal gewählt. Streng genommen waren bei der Gründung 1904 nur die Holzarbeiter dabei; diese schlossen sich 1933 schliesslich mit den Bauarbeitern und Malern zu einer gemeinsamen Sektion zusammen.
Schauplätze von Arbeitskämpfen in den ersten Jahrzehnten waren etwa die Möbelfabrik A. Martin in Zug oder die Baufirma Peikert, ebenfalls in Zug. Eigene Sektionen wurden 1928 in Baar und 1934 im Aegerital gegründet, die Sektion Cham bestand nur kurze Zeit und schloss sich wieder Zug an.
Am 18. Mai 1938 konnte der erste Landesmantelvertrag für den CHB unterzeichnet werden. Damit war die Grundlage für die Besserstellung der Bauarbeiter und indirekt auch für die anderen Berufsgruppen, die der CHB vertrat, gegeben. 1963 wurde ein neuer Landesmantelvertrag für das Baugewerbe ausgehandelt, in dem u.a. Lohnerhöhungen und Ferienentschädigungen sowie Lohnzahlung bei Militärdienst geregelt wurden.
In den Anfangsjahren wechselten sowohl die Vorstandsmitglieder als auch die einzelnen Mitglieder häufig. Dies hatte auch mit den spezifischen Berufsgruppen zu tun: Die aktiven Mitglieder gingen auf die Walz (z.B. Schreiner), zogen aus dem Kanton Zug saisonbedingt wieder weg oder gründeten eigene Geschäfte. Vereinzelt konnten Mitglieder jedoch auch auf eine sehr lange Mitgliedschaft zurückblicken wie etwa Josef Eberle, geb. 1888, gest. 1974 (1974: 65 Jahre), Ernst Leu (1972: 40 Jahre), Karl Fischer, geb. 1911, gest. 2001 (2001: 65 Jahre) und Karl Josef Schön (1899-1982), Mitgliedschaft von 1922 bis 1957, in verschiedenen Funktionen, auch auf nationaler Ebene.
Eine zentrale Figur im CHB Sektion Zug war Josef Strickler (geb. 1943). 1971 trat er der Gewerkschaft bei, ab 1975 arbeitete er im Vorstand mit. Zu diesem Zeitpunkt war er auch Präsident der 1959 gegründeten Stadtarbeitergruppe. Als Präsident leitete Strickler die Sektion Zug bis zu seiner Demission 2013.
Im Kreis Zug-Innerschwyz waren die Sektionen der Kantone Zug und Schwyz (innerer Kantonsteil) zusammengeschlossen, «um die Interessen des Verbandes, der Sektionen und der Mitglieder im Kreisgebiet wirksamer vertreten zu können» (Statuen vom 1. April 1978). Wichtig waren dem Kreis neben den arbeits- und wirtschaftspolitischen Anliegen auch die Durchführung von Weiterbildungstagen und das gesellige Beisammensein in Form von jährlich stattfindenden Familientagen.
1998 fusionierte der CHB zusammen mit anderen christlichen Gewerkschaften und Verbänden zur Syna, im Kanton Zug zur Syna Zug Bau. Zu diesem Zeitpunkt hatte der CHB 95 Mitglieder, die Syna Kanton Zug etwa 800 Mitglieder. In den Statuten vom 1. Oktober 1998 wurde der Zweck wie folgt umschrieben: «Als Gewerkschaft vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder in Wirtschaft und Arbeitswelt sowie in Gesellschaft und Staat. Er fördert die Bildung seiner Mitglieder und bietet diesen Beratung in beruflicher und sozialer Hinsicht an». Abschied vom alten Namen und dem Logo fiel der Sektion Zug zunächst schwer. Der Präsident Josef Strickler lud am 2. November 1998 gleichwohl «mit Volldampf in die neue Gewerkschaft» zur ersten Vorstandssitzung unter dem neuen Namen ein.
2014 fand der Zusammenschluss der Sektion Syna Zug Bau mit der Sektion Syna Zug-Baar statt, primär aus Gründen des Personalmangels, Präsident Strickler war auf Ende 2013 zurückgetreten, eine Nachfolge für den 70-jährigen Strickler zu finden, war schwierig geworden.
Überlieferungsformen
None
End of protection period
1/1/2046
Anmerkungen
Die Akten der Sektion Zug des Christlichen Holz- und Bauarbeiterverbandes der Schweiz wurden 2002 durch den Präsidenten der Sektion Zug, Josef Strickler, dem Stadtarchivar übergeben.