Schriftgut
Landis & Gyr: Todesfälle und Erbe (Papierdossier)
Title
Landis & Gyr: Todesfälle und Erbe (Papierdossier)
Reference Code / Identification number
ZD.91.0.001_7
Stage
Dossier
Period of origin
1983 - 1990
Type of item
Schriftgut
Form and content
Inhaltsangaben:
Dieses Dossier gewährt Einblicke in familieninterne Angelegenheiten.
Das älteste Dokument dieser Sammlung ist eine «Oeffentliche Urkunde über einen Erbvertrag» vom 27. Oktober 1983. Unterzeichnet durch Elisabeth Brunner-Gyr, Andreas Christoph Brunner und den Kindern Ursula E. Brunner, Margrit R. Brunner, Thomas P. Brunner-Steirer und Verena S. Brunner, regelt es den Erbvorgang im Falle des Dahinscheidens der Eltern. Der Erbvertrag der Familie Brunner-Gyr ist in den Zusammenhang des «Projekts 2/3» zu stellen, dem von der zweiten Generation Gyr (Ruth und Gottfried Straub-Gyr, Elisabeth und Andreas Brunner-Gyr, Suzanne und Jan Mijnssen-Gyr) angestrebten kontrollierten Generationenwechsel mit Eigentumsübertragung von 60 Prozent der familiären Mehrheitsbeteiligung am damaligen Konzern Landis & Gyr, beziehungsweise an der Landis & Gyr-Holding, an die sogenannte «dritte Generation Gyr». Als einziges Enkelkind von K.H. und Frieda Gyr-Schlüter hat sich Daniel Brunner in den 1980er Jahren an keinem der Erb- und Gesellschaftsverträge beteiligt.
Das Dossier enthält auch mehrere klassisch gestaltete Nachrufe. Der chronologisch erste Nekrolog galt der Grossmutter Frieda Gyr-Schlüter (1895-1985), weitere Daniel Brunners Vater Andreas Christoph Brunner-Gyr (1923-1988), sowie seiner 1989 in Abidjan (Elfenbeinküste) aus dem Leben geschiedenen Cousine Ruth E. Straub.
Anschliessende Unterlagen befassen sich mit Überlegungen zur künftigen Nutzung der Villa Gyr (Villa Seeburg, Artherstrasse 38 in Zug), in der Grossmutter Frieda Gyr-Schlüter seit den 1920er Jahren rund sechzig Jahre gelebt hatte. Für diese Liegenschaft suchte die 1983 gegründete ProMiet AG – welche 1986 eine «preisgünstige, mieter- und umweltfreundliche» Überbauung in Hünenberg realisierte – nach dem Tod der Grossmutter nach Möglichkeiten, das attraktiv gelegene Anwesen mit Seeanstoss ganz oder halböffentlich zu machen, mit einem garantierten Zugang für Mitglieder der Erbgemeinschaft. Dafür gab sie beim Büro Z in Zürich eine Studie in Auftrag. Von einem Künstlerhaus bis zu einer Art Gottlieb-Duttweiler-Institut wurden vielerlei Möglichkeiten durch die Aktionäre der ProMiet AG besprochen, ohne dass diese Vorschläge konkret weiterverfolgt worden wären.
Der gesamte Hausrat von Frieda Gyr-Schlüter, darunter viele Ostasiatika, wurde fünf Jahre nach deren Tod familienintern versteigert. Das Dossier enthält Listen von hunderten mehr oder weniger wertvollen Stücken, von der englischen Standuhr bis zum Chinateppich. Die jüngsten Dokumente im Dossier, datiert vom 14. November 1990, sind eine Aufstellung der auktionierten Bücher, sowie eine Liste der nicht auktionierten Bücher aus dem Erbe von Frieda Gyr-Schlüter.
Andreas C. Brunner verstarb am 22. Januar 1988. Der Nachruf zeichnet ein Bild eines engagierten würdevollen Lebens. Brunners Wirken in Bezug auf die AHV, die Wohnbauförderung und die Unternehmungsfinanzierung lobte ebenfalls die NZZ in einem Artikel vom Montag, 25. Januar 1988. Mehrere Dokumente, vorwiegend Korrespondenz der Privatbank Rahn & Bodmer Banquiers in Zürich als Testamentsvollstreckerin, belegen die Aufteilung des Nachlasses von A. C. Brunner.
Im Legat «letztwillige Wünsche von Herrn Dr. A. C. Brunner vom 7.-11.10.1987» hielt dieser fest, wem er nach seinem Ableben Legate vermachen wollte. Zahlreiche Institutionen, Göttikinder, Familienmitglieder und sogar Nachbarn wurden in den teils hand-, teils maschinengeschriebenen Manuskripten aufgelistet. Rund 10 Millionen Schweizer Franken Aktiven-Überschuss weist der Nachlass von A. C. Brunner auf. Aufgrund der fehlenden Unterschrift von Daniel auf dem Erbvertrag und von diesem seit der Unterzeichnung durch seine Geschwister (1983) im Verhältnis zu diesen angeblich erlittenen Nachteilen, vermachte sein Vater ihm eine 1% Wandelanleihe der Landis & Gyr Holding AG im Wert von 1 Million Schweizer Franken; den Grossteil dieser Schenkung hat Brunner kurz darauf an die Einwohnergemeinde Hünenberg zwecks Bau von Alterswohnungen weitergereicht.
Unerwartet und eher deplatziert wirkend finden sich in dem Dossier auch die Einladung für eine Klassenzusammenkunft der 1.-6. Klasse Oberwil am 29. April 1989, inkl. Adressliste der ehemaligen Schüler und zwei Fotos, die an besagter Zusammenkunft gemacht wurden, und auf denen Daniel Brunner zu sehen ist.
Schriftgut: Dokumente; gedruckt, teilweise mit handschriftlichen Anmerkungen, Fotos (Papierabzüge), Handschriften, Heftchen, Nekrologe, Verträge und Urkunden, Zeitungartikel.
Nicht vollständig.
0.03 lm
Stichworte:
ProMiet AG
Villa Gyr (Villa Seeburg an der Artherstrasse 38, Zug)
Anzahl Dokumente: 59
Überlieferungsformen
n.a.
End of protection period
1/1/2091
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Reproduktion nur auf direkte Anfrage