Kindergartenverein
Title
Kindergartenverein
Reference Code / Identification number
P.27
Stage
Bestand
Period of origin
ca. 1896 - 1971
Provenance
Kindergartenverein
Bestandsgeschichte
Der Kindergartenverein Zug wurde am 15. April 1896 gegründet. Zweck des gemeinnützigen Vereins war die Errichtung und Verwaltung von Kindergärten nach Fröbel'schem System für Kinder im vorschulpflichtigen Alter, die in der Stadt Zug wohnhaft sind. Bereits vor 1896 hatte es von privater Seite Versuche gegeben, Kindergärten nach den Vorstellungen des deutschen Pädagogen und Pestalozzi Schülers Friedrich Fröbel (1752-1852) zu etablieren, aber sie konnten sich aufgrund finanzieller Probleme nicht lange halten.
Die Trägerschaft bestand anfänglich aus einer leitenden Kommission (ausschliesslich Männer) und aus einem "Damenkomitee", dem vor allem die Beaufsichtigung der Schulen zufiel. Zusammen bildeten die beiden Gruppen die Kindergartenkommission. Die Oberaufsicht lag bei der städtischen Schulkommission, auch mit der Absicht, "dadurch Gewähr für den dauernden Bestand des Unternehmens zu bieten", wie es im Rückblick 1971 heisst. Wichtige Geldgeber für die neue Institution waren neben der Stadt Zug auch die Sparkasse Zug und die Metallwarenfabrik, später leisteten die Verzinkerei Zug und die Landis und Gyr finanzielle Beiträge. Für Arbeiterkinder besagter Firmen konnten damit auch so genannte Freiplätze erwirkt werden.
Der erste Unterricht fand am 18. Mai in der Kaserne mit 24 Kindern unter der Leitung von Antonia Moos statt, Ende des Jahres waren es bereits 52 Kinder. 1901 wurde mit Josefine Keiser eine zweite Lehrerin angestellt. Unbefriedigend blieben jahrelang die örtlichen Begebenheiten wegen der hygienischen Bedingungen und der fehlenden Aussenräume für Spielplätze. 1911 konnte endlich eine neue Liegenschaft bezogen werden, die dem Kirchenbauverein gehörte. 1912 wurde der zweite Kindergarten eingeweiht, 1917 wurde zusätzlich in Oberwil ein Kindergarten eröffnet. Dieser wurde während mehr als 40 Jahren von der Kindergärtnerin Ida Koch, zeitweilig mit ihrer Schwester als Gehilfin, geleitet. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Vereins bildete 1939 die Einweihung eines Neubaus im Grünring, realisiert vom Architekten Emil Weber. In den kommenden Jahren kamen weitere KIndergärten hinzu. 1944 etwa wurde der sechste Kindergarten an der Baarerstrasse eröffnet. 1946 feierte der Verein sein 50-Jahr-Jubiläum. Zu dieser Zeit wurden 5 der 6 Kindergärten von Menzinger Schwestern geführt, die im Vergleich zu weltlichen Kindergärtnerinnen deutlich niedriger entlöhnt wurden. 1971 waren es dann 19 Kindergärten, die der Verein betrieb. Auf den 1.1.1972 wurden die Kindergärten an die Stadt Zug übergeben und der Verein aufgelöst.
Überlieferungsformen
None
End of protection period
1/1/2002